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NIGERIAAllgemeine Daten und Fakten Nigeria (Federal Republic of Nigeria) ist ein Bundesstaat in Westafrika, der an Benin, Niger, Tschad und Kamerun grenzt. Mit 140 Mio. Einwohnern ist es mit
Abstand das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Innerhalb der Bevölkerung dominieren drei Volksgruppen: Yoruba im Westen (20%), Igbo im Süden (17%) sowie Hausa im Norden und Osten des Landes (21%). Seit 1991 ist Abuja
Nigerias Hauptstadt mit ca. 1,5 Mio Einwohnern. Die alte Hauptstadt Lagos hat offizielle 12 Mio Einwohner. Inoffiziell ist die Rede von bis zu 20 Mio, da die Grenzen der Stadt mit ihrem Umland verschwimmen und die
letzte „Volkszählung“ 1991 durchgeführt wurde. Lagos repräsentiert damit die zweitgrößte Stadt auf dem afrikanischen Kontinent. Die Landessprache ist Englisch. Meist ist sie jedoch eher die Zweitsprache der Menschen
nach ihrer Regionalsprache. Die Regionalsprache ist abhängig von der vorherrschenden Volksgruppe; neben den drei dominierenden Sprachen Yoruba, Hausa und Igbo, berichten Nigerianer stolz von über 700 unterschiedlichen
Sprachen
in ihrem Land. Das Beherrschen der englischen Sprache geht vielfach einher mit dem Besuch der Schule. Obwohl die offizielle Einschulungsrate bei 93% liegt, geht lediglich die Hälfte der Kinder zur Schule. Schulgebühren und Kinderarbeit sind die hauptsächlichen Ursachen für den geringen Schulbesuch. Hinzu kommt die katastrophale Ausstattung der Schulen. Marode Gebäude, fehlende Materialien und die Demotivation der Lehrer durch ausbleibende Lohnzahlungen führen dazu, dass nach 9 Jahren Schulpflicht ein Großteil der Schüler weder Lesen noch schreiben kann. In der Gesamtbevölkerung liegt die Analphabetenquote bei 60%. Gezielte Bildungsprojekte der Regierung, welche bereits 2004 vorgestellt wurden, sollen diesem Zustand entgegenwirken. Bislang haben sie die Bevölkerung nicht erreicht.
Wirtschaftlich betrachtet, verzeichnet das Land eine deutliche Verbesserung in den letzten Jahren. So stellt Nigeria mittlerweile den sechst größten Produzenten von Erdöl dar und kann zukünftig auf eines der größten
Erdölvorkommen der Welt zurückgreifen. Die Ölproduktion bleibt der wichtigste Wirtschaftszweig und macht 35% des BIP aus. Die Tendenz ist steigend und wird nur durch den wachsenden Agrarsektor übertroffen, welcher mit
40% am BIP beteiligt ist. Während das Erdöl zum Großteil ins Ausland fließt, basiert die Agrarproduktion in der Regel auf Subsistenzwirtschaft. Allerdings geht auch hier- durch Einwirken der Regierung- die Tendenz stark
zum weltweiten Export von Lebensmitteln wie beispielsweise Yam, Maniok, Kakao und Mais. Gerade die Tendenz zum Export und die Privilegien derer, die ihn bedienen, ist Grund für regelmäßige Unruhen innerhalb der
Bevölkerung. Diese lebt weiterhin in extremer Armut (70% haben weniger als 1 US-Dollar am Tag zur Verfügung), während nur Wenige vom wachsenden Reichtum des Landes profitieren.
Herausforderungen für funktionierende Arbeitsprozesse Die wirtschaftliche Lage Nigerias hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Wirtschaftsprognosen sagen ihr einen hohes Wachstumspotential zu. Viele
Wirtschaftszweige entwickeln sich rapide, die Reformen der letzten Jahre zeigen erste Resultate. Dennoch steht das Land vor vielen Herausforderungen. Einige dieser Herausforderungen werden im Folgenden dargestellt.
Diese unausweichlichen Begebenheiten bestimmen den Alltag der nigerianischen Bevölkerung- und erschweren das Wachstum des Landes. Dies wirkt sich auch auf Hilfs- Projekte in Nigeria aus. Mit einer Fläche von
924.000 qm² ist Nigeria beinahe drei mal so groß wie Deutschland. Seine Größe und geographische Lage wirkt sich auf die Klimazonen des Landes aus: es verbindet Savanne im Norden, Plateau im Osten und tropischen
Regenwald im Zentrum des Landes. In der Trockenzeit zwischen November und März ist der Norden des Landes aufgrund extremer Temperaturen von bis zu 50°C tagsüber schwer zu bereisen. Wiederum während der Regenzeit von
April bis Oktober sind ganze Gebiete im Westen und Zentrum des Landes überschwemmt und nicht befahrbar. Ein ausgebautes Straßennetz existiert nicht, was auch bei gemäßigtem Wetter die Handelswege innerhalb des Landes
erschwert. In Großstädten, insbesondere in Lagos, führt die Überbevölkerung zu einem konstanten Verkehrschaos. Es befinden sich zu viele Autos auf einer Straße; diejenigen, die fahren, sind oftmals gerade
funktionstüchtig. Terminpläne lassen sich in den wenigsten Fällen einhalten, da Ungewissheit über die An- und Abfahrt der Busse oder der benötigten Fahrtzeit herrscht. Die Regierung hat Pläne verabschiedet, das
Straßennetz auszubessern, allerdings werden die wenigen Bauvorhaben immer wieder aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten der Bauleiter unterbrochen. Terminabsprachen über die Lieferung eines Produkts oder die Ausführung
einer Dienstleistung werden ebenfalls durch die instabile Strom- und Wasserversorgung erschwert. Die wenigsten Menschen verlassen sich auf die Arbeit von Maschinen und erledigen sämtliche Schritte von Hand. Es
überrascht daher nicht, dass die Arbeitsproduktivität in den meisten „Dritte-Welt-Ländern“ weit unter der der Industriestaaten liegt. Auch für den Ausbau des Stromnetzes hat die Regierung Pläne entworfen. Innerhalb der
Bevölkerung gibt es unterschiedliche Meinungen darüber, warum die Stromzufuhr trotz der Bemühungen der Regierung inkonstant bleibt. Eine Antwort auf die Frage, warum diese oder jene Zustände keine Verbesserung finden,
ist vielfach Korruption. Politiker oder Geschäftsleute unterschiedlichster Reihen bekommen eine bestimmte Summe zugewiesen, um beispielsweise das Strom- und Straßennetz oder Bildungsinstitutionen aufzubauen. Die
staatlichen Kontrollorgane sind wenig ausgebaut (und teils selbst korrupt), was es denjenigen Personen ermöglicht, eigenmächtig über die Mittel zu entscheiden. Letztlich fliesst von der ursprünglich eingeplanten Summe
nur ein Bruchteil in das Vorhaben. Der Zustand der Universitäten ist auf diese Praxis zurückzuführen. Mittel, welche ursprünglich in den Ausbau der Universitäten und Schulen fließen sollten, „verschwanden“ ohne
Kenntnis über ihren Verbleib. Die Gebäude bleiben unsaniert, Materialien fehlen, Professoren und Lehrer verlassen reihenweise die Bildungsinstitutionen. Diejenigen, die noch lehren, werden sporadisch bezahlt und
protestieren dagegen. Monatelange Streiks führen zu Ausfall der Vorlesungen und demotivierten Lehrkräften. Die Studenten verlassen die Bildungsinstitutionen mangelhaft gebildet. Fehlendes Arbeitsmaterial zwint
Dozenten ganze Kapitel des Lehrplans auszulassen. Diese Praxis hat weitreichende Konsequenzen für die Entwicklung des Staats und vollzieht sich auf allen Ebenen. Es wird noch einige Zeit und Bemühungen kosten, um sie
gänzlich abzuschaffen. |